Das erste Mal in Kuba: worauf du achten musst

Christian Thieme09Hier für alle von euch, die noch nie in Kuba waren: eine Liste mit Din­gen, auf die ihr acht­en soll­tet — also was ihr nicht ver­passen sollt, was ihr mit­nehmen müsst etc. Ich habe jet­zt nix aufgenom­men, was auch in jedem Reise­führer ste­hen, son­dern meine eige­nen Erfahrun­gen ein­fließen lassen und einige mein­er lieb­sten Sehenswürdigkeit­en hinzuge­fügt. Die Rei­hen­folge ist rein zufäl­lig und hat nichts mit Pri­or­itäten zu tun.

Geschrieben habe ich den Artikel, da ich immer wieder gefragt werde: “Du, Diet­mar, ich flieg nach Kuba. Du kennst dich doch da aus, worauf soll ich denn acht­en?!” Und da hab ich mir gesagt, ein­mal aufgeschrieben, muss ich nicht jedes­mal wieder alles erzählen. Nicht, dass ich nicht gerne rede 😉 Aber meist vergesse ich son­st wieder was wichtiges…

Übri­gens: Anre­gun­gen, Kor­rek­turen und weit­ere Tipps sind äußerst willkommen 😉

Bild: Eingang zu einer Casa Particular in Trinidad
Ein­gang zu ein­er Casa Par­tic­u­lar in Trinidad

Und hier die Liste: 15+ Dinge, die ihr für Kuba wissen müsst!

  1. Wenn du irgend­wie die Gele­gen­heit hast, bei Kubanern zu Hause zu essen (z.B. weil du in ein­er Casa Par­tic­u­lar über­nacht­est — eh bess­er als Hotel — und die dir das anbi­eten), dann mach das! Das Essen in Restau­rants ist unter­durch­schnit­tlich, gute Küche gibts nur zu Hause 🙂
  2. Zwar etwas teur­er gewor­den, aber mit 10 CUC immer noch gün­stig: der Touribus in Havan­na (und sicher­lich auch anderen Städten). Fährt ca. 2 Stun­den durch Havan­na und neben den Sehenswürdigkeit­en streift er auch viele Bezirke, die man son­st nicht sieht. Gibt einem einen viel besseren Überblick über Havan­naWichtig ist allerd­ings: Son­nen­schutz mit­nehmen (bei mir wäre das ein Hut…) und 2 Bier — kann man schön wegzis­chen während der Fahrt 😉
  3. Das Museo de Bel­las Artes in Havan­na — der Teil mit der kuban­is­chen Kun­st (das ist der Neubau). Kuban­is­che Kun­st ist spek­takulär und hat Welt­niveau. Der Ein­tritt ist mit 5 CUC auch deut­lich niedriger als in deutschen Museen
  4. Wenn du noch keine voll­ständi­ge Reise gebucht hast und noch ein biss­chen rum­reisen willst, dann wende dich mal an Baila Habana. Sabine, die Chefin, organ­isiert nicht nur Tanzreisen, son­dern auch in nor­male Run­dreisen. Da fährst du dann für deut­lich vertret­bare Preise mit dem Old­timer durchs Land. Ich habe meine Eltern mit ihr über die Insel geschickt und die waren begeistert!
  5. Zum The­ma Run­dreise: Miet­wa­gen sind super, etwas teuer vielle­icht, aber machen dich unab­hängig. Straßen sind kein Prob­lem, wichtig nur: von hier buchen, da man in Kuba selb­st Prob­leme hat, an die Wagen zu kom­men — es gibt dort nur reservierte Kontin­gente. Zum Buchen würde ich dir Trop­i­cana Touris­tik empfehlen. Ganz konkret den Geely Emgrand EC7, der ist zwar chi­ne­sisch, hat aber einen guten ADAC-Test. Und da er chi­ne­sisch ist, ist er ein­fach mal bil­liger 😉 Soll sich gut fahren, haben wir immer zu unser­er Som­mer­schule (ich selb­st besitze keinen Führerschein und kann das Auto nur als Beifahrer beurteilen, da ist es gut…)
  6. Wenn du regelmäßi­gen Kon­takt zu deinen Lieben in Deutsch­land hal­ten willst, dann soll­test du dir die App Imo instal­lieren. Ist ein Skype-Konkur­rent aber im Gegen­satz zu Skype freigeschal­tet. Es gibt einiger­maßen Inter­net in Kuba, Details find­est du hier: Das kuban­is­che Inter­net — worauf ihr acht­en müsst!
  7. Medika­mente: Die medi­zinis­che Ver­sorgung der Bevölkerung ist zwar einiger­maßen gut, es ist aber für Touris­ten ein­fach schw­er, an die Stan­dard­medika­mente her­anzukom­men, geschweige denn an spezielle. Deshalb: alles, was du brauchst oder brauchen kön­ntest, mit­nehmen, natür­lich auch etwas gegen Mon­tezu­mas Rache 😉 Details hab ich mal hier aufgeschrieben: Medika­mente — alles, was ihr in Kuba braucht!
    Auf keinen Fall Aspirin oder Ibupro­fen, son­dern Parac­eta­mol. Unwahrschein­lich, aber möglich ist eine Infek­tion mit Dengue, die zu inneren Blu­tun­gen führen kann. Und dann wer­den Blutverdün­ner gefährlich!

    Karina Rösner01
    Bild: Dank an Kari­na Rösner
  8. Geld nachzählen: immer Geld nachzählen!!! Die Waren müssen eigentlich immer aus­geze­ich­net sein. Wenn sie das nicht sind, dann will man dich meist bescheißen. Manch­mal geht es auch so weit, dass die Waren falsch aus­geze­ich­net sind (ist mir am Flughafen passiert), deshalb: Preise merken und ein Gefühl für den Preis der Pro­duk­te bekom­men. Oder ein­fach lock­er bleiben, es sind keine Unsum­men, um die man bet­ro­gen wird — es sei denn, man kauft Zigarren 😉
  9. Zum Weit­er­lesen: Der Kubaführer! Dort hab ich ange­fan­gen, einen Reise­führer in Form eines Wikis zu schreiben. Ihr find­et auf dem Kubaführer einige Tipss und Tricks, die nicht hier rein­passen. Ist bish­er lei­der nur ein Anfang. Tja, wenn man mehr Zeit hätte… Aber ihr kön­nt alle mitschreiben!!!
  10. Wie hoch sollte das Trinkgeld sein? wir geben meist zu viel und das steigert die Erwartung­shal­tung — und erzeugt mehr Ungle­ich­heit. Eine Regelung wie 5–10% hat keinen Sinn, wenn das Durch­schnitt­seinkom­men bei unter 20 CUC liegt. Für ein nor­males Essen 50 Cent, für ein gutes Essen 1 CUC, max­i­mal 2 CUC Trinkgeld. Ach ja: wenn auf der Karte ste­ht, dass bere­its 10% Trinkgeld enthal­ten sind, dann kommt davon nichts beim Kell­ner an, das kassiert alles der Besitzer. Also trotz­dem Trinkgeld geben!
  11. Für einen Moji­to nie mehr als 3 CUC: wenn er mehr kostet, ist das Restau­rant entwed­er wirk­lich gut (z.B. Café Lau­rent in Havan­na, Veda­do) oder man wird abge­zockt (wie auf der Ter­rasse vom Hotel Nacional, wo ich die schlecht­esten Cock­tails meines Lebens getrunk­en habe). Im All­ge­meinen sind die kuban­is­che Cock­tails nicht gut — es sei denn, du ver­stehst unter gut “viel Alko­hol” 😉 Generell gilt beim Trinken: Kubaner trinken stark, aber langsamer als Deutsche. Das heißt du soll­test langsam trinken, son­st hast du evtl. ein bös­es Erwachen.
  12. Wie Geld mit­nehmen: Visakarte funk­tion­iert an Gel­dau­to­mat­en, Mas­ter­card geht bish­er nur in Banken und Wech­sel­stuben. Die ausstel­lende Bank sollte allerd­ings (noch) keine US-Bank sein. Zusät­zlich auf jeden Fall Bargeld (Euro!) mit­nehmen, da die Auto­mat­en manch­mal nicht funk­tion­ieren (leer, keine Inter­netverbindung, kaputt…).
  13. Fab­ri­ca de Arte: das ist die hippeste Loca­tion in Kuba, soll­test du unbe­d­ingt hinge­hen — ist nicht mal teuer dort. Eine Mis­chung aus Galerie, Club und Konzert­lo­ca­tion, hat mir unheim­lich gut gefall­en. Wichtig: vor 22 Uhr da sein, bess­er 21 Uhr, da man son­st keine Chance hat, noch reinzukom­men. Beim Taxi zurück in die Stadt ver­han­deln (wie eigentlich bei allen Tax­i­fahrten!), denn da geht auf jeden Fall was.
  14. Welch­er Reise­führer: ganz sim­pel — immer den neusten nehmen, egal welch­er Ver­lag. In Kuba ändert sich so viel, dass nur der aktuell­ste wirk­lich sin­nvoll ist. Und Reise­führer-Apps bzw. Karten fürs Smart­phone hier in Deutsch­land instal­lieren, wegen des teuren kuban­is­ches Internets. 

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    Bild: Dank an Johan­na Doktor
  15. Zum Ein­stim­men: Musik — neben dem Üblichen (Bue­na Vista Social Club und Sal­sa) Dece­mer Bueno, Raúl Paz, Kelvis Ochoa und Inter­ac­ti­vo. Und Filme — Erd­beeren und Schoko­lade, Explo­sion in Cuba, Juan of the Dead 😉
  16. Und zu guter Let­zt: da manch­mal Gepäck abhan­den kommt — passiert übri­gens nicht nur in Kuba, btw! Es ist sin­nvoll, Wech­sel­wäche und Wech­selshirt im Handgepäck zu haben. Denn in Kuba ist es nicht sooo leicht, bes­timmte Klei­dungsstücke zu kaufen. Habe mal ver­sucht, eine dezente kurze Hose in ein­er nor­malen Größe zu kaufen, das war nicht einfach 😉

Soweit meine per­sön­lichen Tipps. Gerne erweit­ere ich die Liste noch um eure Vorschläge, also kom­men­tiert, nur so lebt dieser Artikel — und hil­ft den Kuba­neulin­gen dann noch mehr!!!

Salu­dos aus dem son­ni­gen Havan­na Berlin,
Euer Dietmar

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Christian Thieme11