Willemstad — Perle der Niederländischen Antillen

Bild: Blick auf Willemstad vom Meer
Blick auf Willem­stad vom Meer her

Die Karibik hat viel zu bieten: auf Kuba und in der Dominikanis­chen Repub­lik spanis­che Ein­flüsse, auf den Bahamas und Jamaica war das britis­che Empire stil­bildend. Es gibt aber auch eine weit­ere Per­le in der Karibik, näm­lich die auf der nieder­ländis­chen Insel Curaçao gele­gene Haupt­stadt der Nieder­ländis­chen Antillen,  Willem­stadt. Dort find­et ihr Häuser, wie ihr sie son­st nur in Ams­ter­dam und anderen nieder­ländis­chen Städten find­et – ihr werdet begeis­tert sein!

Mit geschätzten 150.000 Ein­wohn­ern ist Willem­stad eher beschaulich. Aber das ist auch gut so, bleibt doch so das Bild der Stadt erhal­ten, die seit 1997 UNESCO Weltkul­turerbe ist.

Die Innen­stadt ist wie aus dem Bilder­buch gefall­en, viele Han­dels­ge­bäude aus ver­gan­gener Zeit prä­gen das Bild der Stadt. Das ist auch kein Wun­der, wurde der Grund­stein für Willem­stad doch 1635 durch die Nieder­ländis­che Westin­di­en-Kom­panie gelegt.

Historisches Erbe

Idyllische Szene - WillemstadDas his­torische Erbe ist den Bewohn­ern der Insel wohl bewusst: 1990 wur­den 765 Gebäude und Ensem­bles zu Denkmälern erk­lärt. Diese befind­en sich in den alten Vierteln Pun­da, Otroban­da, Pieter und Schar­loo.

Diese Wertschätzung der Ver­gan­gen­heit führte dann  1997 dazu – zusam­men mit der einzi­gar­ti­gen Lage der his­torischen Vier­tel um den Hafen – dass die Alt­stadt von Willem­stad von der UNESCO zum Weltkul­turerbe ernan­nt wurde.

Wohl durch die Erne­un­ng zum Weltkul­turerbe gefördert, wer­den in let­zter Zeit auch viele Häuser ren­oviert und der ursprüngliche Ein­druck der blühen­den Hafen­stadt entste­ht langsam aber stetig wieder vor dem Auge des Betrachters.

Wenn ihr nur wenig Zeit habt – z.B weil euer Kreuz­fahrtschiff nur kurz halt macht – dann soll­tet ihr auf jeden Fall die Han­del­skade besuchen, die bekan­nteste Häuserzeile Willem­stads, im Stadt­teil Pun­da gele­gen.  Die Han­del­skade schließt direkt an das Fort Ams­ter­dam an, dem ihr dann auch noch einen Besuch abstat­ten könnt.

Fort Amsterdam

Nun musste die Westin­di­en-Kom­panie natür­lich ihre Besitzun­gen auch vertei­di­gen – gegen die Spanier und Jack Spar­row natür­lich 😉 und deshalb baute man Forts als Vertei­di­gungsan­la­gen, das berühmteste ist das Fort Ams­ter­dam. Dort sitzt heute die Regierung der Nieder­ländis­chen Antillen – man kann das Fort also nicht wirk­lich besichti­gen, aber in den Innen­hof kön­nt ihr gehen sowie in das kleine Muse­um, ein Restau­rant ist auch da.

Die Synagoge von Willemstad

Foto: Blick in die älteste Synagoge Amerikas
Blick in die älteste Syn­a­goge Amerikas

Die Mikve Israel-Emanuel Syn­a­goge ist übri­gens die älteste, noch ste­hende Syn­a­goge von ganz Ameri­ka, sie wurde 1674 fer­tiggestellt. Denn Curaçao beherbergte viele Juden, die vor der spanis­chen Inqui­si­tion aus Spanien und Por­tu­gal geflo­hen waren – und natür­lich auch aus den spanis­chen Nieder­lan­den! Heute gibt es eine schrumpfende jüdis­che Com­mu­ni­ty, aber man kann immer noch das kleine Jüdis­che Muse­um neben der Syn­a­goge besuchen. Spek­takulärstes Objekt des Muse­ums sind sicher­lich die Tho­rarollen aus dem Jahr 1492.

Museen

Curaçao Museum

Das Curaçao Muse­um wurde 1853 als Quar­an­täne­hos­pi­tal erbaut. Als Insel­mu­se­um beherrbergt es viele Objek­te aus der vielgestalti­gen Geschichte Curaçaos: Antiq­ui­täten, Schiff­szube­hör, Bilder, Land­karten, Plas­tiken, Korallen, Archäol­o­gis­che und geol­o­gis­che Funde, Musikin­stru­mente, Gebrauchs­ge­gen­stände zur Wohnkul­tur des 18. und 19. Jahrhun­derts, aber auch indi­an­is­che Werkzeuge und Kultfiguren.

Oktagon Museum

Das Okta­gon Muse­um, auch Bolí­var Muse­um, ist in einem achteck­i­gen Haus gele­gen — daher auch de Name 😉 Es gehörte einst den Schwest­ern von Simon Bolí­var, der 1812 während sein­er Aufen­thalte im Exil in Curaçao hier wohnte. Simon Bolí­var führte die Unab­hängigkeits­be­we­gung gegen die Spanis­che Kro­ne in Venezuela, Kolumbi­en, Pana­ma, Ecuador, Peru und Bolivien und wird in ganz Lateinameri­ka als Nation­al­held verehrt.

Essen

Foto: Streetfood in Curacao
Pin­da Herébé, in Sal­zlake gekochte Erdnüsse

Wenn ihr das richtige Curaçao-Gefühl bekom­men wollt, soll­tet ihr auf keinen Fall auf einen Snack verzicht­en, während ihr durch Willem­stad wan­dert. Es gibt in Willem­stad einige inter­es­sante Fast-Food-Vari­anten, die sich lohnen zu kosten. Da gibt es zum Einen die Arepa di Pam­puna, die all­seits beliebten Kür­bisp­fannkuchen — Pfannkuchen, aber aus Kür­b­is­fleisch, die man süß oder herzhaft genießen kann. Oder die gefüll­ten John­ny­cakes, außen kross und innen luftig geback­ene Kuchen mit diversen Fül­lun­gen: Käse, Fleisch- oder Wurst­sorten oder Kroket­ten. Wer es deftig und scharf mag, wird Gefall­en an den Kala find­en, frit­tierte schwareze Bohnen mit Salz, Pfef­fer und jed­er Menge Öl. Und zu guter Let­zt bietet sich als Snack Pin­da Herébé an, in Sal­zlake gekochte karibis­che Erd­nüsse, die ihr von den zahlre­ichen Straßen­händ­lerin­nen kaufen könnt.

Fazit

Foto: Häuser in Willemstad
Bunte Häuser in Willemstad

Ein Besuch in Willem­stad lohnt sich auf jeden Fall, denn er wird euren Hor­i­zont optisch, akustisch und kuli­nar­isch erweit­ern, ist die Cura­cao doch anders als die spanis­chen oder englis­chen Nachbarinseln.

Nach Curaçao kommt ihr z.B. mit KLM, Air Berlin oder British Air­ways, die Flieger gehen oft. Oder ihr seid sowieso mit dem Kreuz­fahrtschiff unter­wegs und macht einen Landgang 😉 Egal,wie ihr hinkommt, habt Spaß und stoßt auf mich mit einem lan­destyp­is­chen Curaçao-Likör an!
Euer Diet­mar

Foto: Coracao-Likörflaschen